Guides, Sailing

Am Wind segeln und kreuzen: Hoch am Wind, Trimm und Wende

Kein Boot segelt direkt gegen den Wind. Wie hoch du segeln kannst, wie du nach den Windfäden trimmst und steuerst, das Boot flach hältst, Schritt für Schritt wendest und deinen Fortschritt per GPS prüfst.

Vom Waterspeed-Team

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Single-handed dinghy sailor in a race

Direkt gegen den Wind kann kein Boot segeln. Du segelst in einem Winkel zum Wind, hoch am Wind mit dicht geholten Segeln, und kreuzt im Zickzack zu deinem Ziel, indem du von einer Seite auf die andere wendest. Die meisten Jollen und kleinen Kielboote segeln etwa 40 bis 50 Grad zum wahren Wind, jede Wende dreht das Boot also um rund 90 Grad.

Was ist die No-Go-Zone?

Das ist der Bereich zu beiden Seiten des Windes, in dem die Segel nicht arbeiten können. Steuerst du hinein, killen die Segel, das Boot wird langsamer und bleibt bald stehen.

Bei den meisten Booten reicht die Zone etwa 40 bis 45 Grad zu jeder Seite des Windes. Ein Boot mit effizienten Segeln und Anhängen hat eine kleinere Zone als ein schwerer Fahrtenkreuzer. Bleibst du mit dem Bug im Wind stehen, steckst du im Wind fest (weiter unten steht, wie du wieder herauskommst).

Wie hoch kann ein Boot am Wind segeln?

Meist 40 bis 50 Grad zum wahren Wind bei Jollen und kleinen Kielbooten, und höher bei sehr effizienten Regattabooten. Der genaue Winkel hängt vom Boot, den Segeln, der Windstärke und der Welle ab.

Für Segelboote wird allgemein ein Bereich von 30 bis 50 Grad genannt. Die RYA nennt etwa 40 Grad als praktische Grenze. Das ist der Winkel, den du halten kannst, nicht immer der beste. Wer so hoch wie möglich segelt, wird oft langsam. Der beste Am-Wind-Winkel ist der, mit dem du am schnellsten nach Luv kommst: ein Kompromiss aus Geschwindigkeit und Winkel.

Wie findest du den Kurs hoch am Wind?

Hol die Segel dicht und luv an, bis das Vorliek der Fock (oder des Großsegels bei einem Boot mit nur einem Segel) zu killen beginnt. Dann fall ein wenig ab, bis das Segel wieder steht.

Das ist der Rand der No-Go-Zone. Wenn der Wind dreht, steuerst du so, dass du an diesem Rand bleibst.

Wie trimmst und steuerst du nach den Windfäden?

Achte auf die Windfäden am Vorliek der Fock: Wenn beide Seiten gerade nach hinten wehen, bist du auf Kurs. Flattert der Luv-Faden, fall ab oder hol die Schot dicht. Flattert der Lee-Faden, luv an oder fier die Schot.

Windfäden sind kurze Wollfäden auf beiden Seiten des Segels, nahe der Vorderkante.

  • Luv-Faden flattert oder steigt: Du segelst zu hoch. Fall etwas ab.
  • Lee-Faden flattert oder reißt ab: Du segelst zu tief, oder das Segel ist zu dicht. Luv etwas an, oder fier die Schot.

Am Wind stellst du die Segel ein und steuerst dann nach den Windfäden, statt ständig zu trimmen. Ein Luv-Faden, der ab und zu steigt, ist in Ordnung, aber der Lee-Faden sollte nicht länger als ein, zwei Sekunden abreißen. Schau auch auf die oberen Windfäden: Sie können etwas anderes zeigen als die unteren.

Steuere mit kleinen, gleichmäßigen Bewegungen. Am Wind ist Steuern eine fortlaufende Folge kleiner Korrekturen, keine großen Pinnenausschläge.

Wie kontrollierst du die Krängung?

Halte eine Jolle flach und ein Kielboot bei mäßiger Krängung. Zu viel Krängung macht das Ruder schwer und das Boot langsam.

In der Jolle reitest du auf der Luvseite aus, die Füße unter den Ausreitgurten, um den Zug der Segel auszugleichen. Kommt eine Böe, fier das Großsegel, um Wind abzulassen, und hol es wieder dicht, wenn sie vorbei ist. Auf einem kleinen Kielboot ist etwas Krängung normal, aber die beste Krängung ist oft geringer, als man denkt. Am Wind segeln die meisten Boote am besten mit leichter Luvgierigkeit, also einem leichten Zug der Pinne nach Luv. Zieht die Pinne stark, nimm Druck raus: Traveller nach Lee fahren oder die Großschot fieren.

Wie geht eine Wende, Schritt für Schritt?

Bei der Wende dreht der Bug durch den Wind, sodass der Wind danach von der anderen Seite kommt. In einer Zweimannjolle:

  1. Segle hoch am Wind mit guter Fahrt. Ein langsames Boot bleibt oft mitten in der Wende stehen.
  2. Prüfe, ob das Wasser voraus und auf der neuen Seite frei ist und du Platz zum Drehen hast.
  3. Ruf “Klar zur Wende?”. Die Vorschoterin oder der Vorschoter bereitet die neue Fockschot vor und antwortet “Ist klar”.
  4. Ruf “Re” und drück die Pinne gleichmäßig zum Segel hin. Nicht ruckartig: Ein abrupter Ruderausschlag wirkt wie eine Bremse.
  5. Wenn der Bug durch den Wind geht, wird die alte Fockschot losgeworfen, sobald die Fock back steht, und die neue dichtgeholt.
  6. Duck dich unter dem Baum durch auf die neue Luvseite und wechsle die Hände an Pinne und Großschot.
  7. Leg die Pinne etwas unterhalb deines neuen Am-Wind-Kurses mittschiffs: tiefer bei wenig Wind, fast auf Kurs bei viel Wind.
  8. Lass das Boot Fahrt aufnehmen, dann hol dicht und luv an bis hoch am Wind.

Es geht nicht darum, so schnell wie möglich von einem Bug auf den anderen zu kommen, sondern so viel Fahrt wie möglich durch die Wende zu tragen.

Was tun, wenn du im Wind stehen bleibst?

Drück den Baum zu einer Seite hinaus und die Pinne zur selben Seite. Das Boot fährt rückwärts und dreht. Wenn die Segel auf Halbwindkurs wieder ziehen, leg die Pinne mittschiffs, hol dicht und fahr los. Wende beim nächsten Mal entschlossen und mit Fahrt.

Was sind die häufigsten Fehler am Wind?

  • Kneifen: zu hoch am Wind steuern. Die Luv-Fäden steigen, die Fahrt sinkt und das Boot treibt seitlich ab.
  • Segel zu dicht. Die Lee-Fäden reißen ab und das Boot fühlt sich schwer an.
  • Zu viel Krängung. Fier die Schot oder reite stärker aus, statt gegen die Pinne zu kämpfen.
  • Große Pinnenausschläge, die wie eine Bremse wirken.
  • Ohne Fahrt wenden, oder zu weit drehen und über dem Am-Wind-Kurs herauskommen.

Wie prüfst du deinen Fortschritt am Wind mit GPS?

Schau auf deine VMG und deinen Wendewinkel. Die VMG zeigt, wie schnell du tatsächlich nach Luv kommst; der Wendewinkel zeigt, wie hoch du auf jedem Bug segelst.

Die VMG (Velocity Made Good) ist deine Bootsgeschwindigkeit mal dem Kosinus deines Winkels zum wahren Wind. Bei 4,5 Knoten und 45 Grad liegt deine VMG bei etwa 3,18 Knoten. Schneller, aber tiefer zu segeln kann eine schlechtere VMG ergeben. Vergleiche also Winkel, statt der Höchstgeschwindigkeit nachzujagen. Was ist VMG? hat Rechenbeispiele.

Dein Wendewinkel ist die Differenz zwischen deinen Kursen auf Backbord- und Steuerbordbug. Ist eine Seite weiter als die andere, hat vielleicht der Wind gedreht, oder Trimm und Steuern unterscheiden sich zwischen den beiden Seiten. Ein GPS-Track misst die Bewegung über Grund, deshalb zeigen sich auch Strömung und Abdrift in den Daten.

Waterspeed berechnet VMG und den Winkel zum wahren Wind aus deinem GPS-Track und der Windrichtung der Session. Es teilt die Session in Am-Wind- und Vorwind-Schläge, vergleicht Backbord und Steuerbord und misst Ein- und Ausgangsgeschwindigkeit jeder Wende. Um deinen besten Winkel zu testen, probier den Test mit drei Kursen aus Am-Wind-Winkel und VMG in der Jolle.

Verwandt: Was ist VMG?, Am-Wind-Winkel und VMG in der Jolle, Segelknoten, die jeder Segler kennen sollte, Analyse von Wenden und Halsen.

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